Lasst euch nicht K.O.-Tropfen und helft mit, dass Freundinnen, Freunde und Bekannte über K.O.-Tropfen Bescheid wissen. Erfahrungsberichte können helfen, Erlebtes einzuordnen.

Julia kommt aus einer Kleinstadt in Sachsen und lebt seit wenigen Wochen in Berlin bei Ihrem Freund. Sie hat ihr Studium in einer westdeutschen Stadt fast beendet, muss dort noch Prüfungen ablegen. Auf einer Party an ihrem Studienort lernt sie einen jungen Mann kennen, mit dem sie sich angeregt unterhält. Sie hat kein weiter gehendes Interesse an diesem Mann, da sie ihrem Freund in Berlin treu ist. Es wird spät und Julia amüsiert sich prima. Hinterher meint sie, bemerkt zu haben, dass dieser Mann sich mehrfach mit seinem Freund Zeichen gegeben hat, die sie aber nicht weiter beachtete.

Was ist passiert?

Stunden später: Sie wacht unbekleidet und übersät von Verletzungen in einer fremden Wohnung auf. Panisch verlässt sie den Ort. Dies taucht erst nach Wochen in ihrer Erinnerung auf. Außer den sichtbaren hat sie vaginale und anale Verletzungen und kann selbst nur erahnen, was mit ihr geschehen ist. In ihrer Wohngemeinschaft wacht sie viele Stunden später wieder auf und kommt zu vollem Bewusstsein.

Scham und Schuldgefühle

Julia unternimmt zunächst nichts. Sie zieht sich zurück, schämt sich, erzählt niemandem etwas von der Nacht. Sie fühlt sich schmutzig, unsicher, deprimiert, kann nicht schlafen und versucht zu vergessen. Auf die Idee, die Polizei einzuschalten kommt sie nicht. Sie fühlt sich ja selbst schuldig.
Während der nächsten Wochen tauchen in Träumen Erinnerungsfetzen auf.
Ihr Allgemeinzustand verschlechtert sich. Bei einem Besuch bei ihren Eltern, denen die Wesensänderung der Tochter auffällt, lässt sie sich überreden, Anzeige bei der Polizei zu erstatten.

Lernen, mit der Ungewissheit zu leben

Die Vernehmung belastet sie zusätzlich. Die Beamten in der Kleinstadt sind überfordert und reagieren befremdet. Erst in Berlin bei ihrem Freund angekommen, beginnt sie sich Unterstützung zu suchen, bekommt über eine  Beratungsstelle Kontakt zu einer Anwältin und lernt in der Beratung mit ihren Gefühlen und vor allem mit der Ungewissheit umzugehen.
Ob der/die Täter ermittelt werden, ist nicht bekannt und wenn, erscheint es schwierig, ob sie wegen der fehlenden Beweise überführt werden können.

Lisa geht am Wochenende mit ihren Freundinnen auf eine große Party in einem bekannten Club. Sie trinkt dort zwei Gläser Sekt, da eine Freundin Geburtstag hat, für mehr reicht ihr Geld sowieso nicht.

Plötzlich neben der Spur

Nach Mitternacht merkt sie, dass sie sich komisch fühlt, irgendwie neben sich. Sie kippt um und kommt nach einigen Augenblicken wieder zu sich. Ihre Freundinnen begleiten sie nach draußen, es geht ihr schnell wieder besser und sie beschließt, nach Hause zu gehen, es ist irgendwie wohl nicht ihr Tag. Sie versichert den Freundinnen, dass sie wieder fit ist und macht sich alleine auf den Weg zur S-Bahn, die etwa 10 Minuten entfernt ist.

Bewusstlos auf der Straße

An das, was danach passiert, kann sie sich nur bruchstückhaft erinnern: Sie verliert plötzlich das Bewusstsein, wacht auf der Straße liegend auf. Menschen diskutieren, was zu tun sei. Ein Mann sagt, er kenne sie und würde sie im Taxi nach Hause bringen. Wieder Filmriss...

Unbekleidet neben einem Fremden

Stunden später erwacht sie unbekleidet neben einem ihr fremden Mann in einer unbekannten Wohnung. Sie sagt später, dass sie in dem Moment riesige Angst hatte und ganz froh war, dass er irgendwie gut aussah. Er will sie nicht gehen lassen, benimmt sich so, als seien sie ein Liebespaar. Sie rennt aus der Wohnung auf die Straße, ruft mit dem Handy ihre Mutter an, die sie abholt.

Verwirrung und Erinnerungslücken

Lisa ist komplett durcheinander, weiß nicht was in der Nacht geschehen ist, stellt fest, dass sie ungeschützten Geschlechtsverkehr hatte. Eine Gynäkologin kann am folgenden Montag - also etwa 48 Stunden später - keine Verletzungen feststellen.

Ermittlungen aus Mangel an Beweisen eingestellt

Erst nach Tagen entscheidet sie sich für eine Anzeige bei der Polizei, die Adresse des Mannes kennt sie. Es stellt sich heraus, dass er auf der gleichen Party war wie Lisa. Der 28-jährige Mann ist bei der Polizei einschlägig bekannt: Drogendelikte, Gewalt, Körperverletzung. Trotzdem werden die Ermittlungen eingestellt, da nicht nachweisbar ist, ob Lisa nicht doch freiwillig mitgegangen ist, so wie er behauptet.

Haaranalyse aus eigener Tasche bezahlen?

Für einen Nachweis von K.O.-Tropfen müsste eine Haaranalyse gemacht werden, die sie aus eigener Tasche bezahlen müsste. Lisa hat keine Lust mehr, sie weiß selbst nicht was los war und möchte die ganze Sache einfach vergessen und sich auf ihre Ausbildung konzentrieren.

Anika kommt aus Dänemark und verbringt häufig ihre Wochenenden in Berlin. Sie wohnt dann bei Freunden. Ihr Deutsch ist nicht so besonders gut, sie spricht deshalb lieber Englisch.

Ein Abend in einer Bar

An diesem Abend trifft sie sich mit einem Freund in einer Bar in Mitte. Sie trinken gemeinsam Cocktails, sitzen an der Theke. Er geht auf die Tanzfläche und kommt nach etwa 30 Minuten wieder. Anika ist verschwunden. Er ist verwundert, wartet, sucht sie vergeblich und findet später ihre Handtasche unter der Theke. Er fragt den Barmann nach Anika, dieser glaubt sie sei mit einem anderen Gast gegangen.

 

Angeblich betrunken - Ausnüchterungszelle

Gegen 4 Uhr morgens wird Anika von der Polizei in Pankow gefunden - etwa sechs Kilometer von der Bar in Mitte entfernt, durchnässt, schmutzig und von Kratzern übersät. Die Beamten halten Anika für betrunken und bringen sie in eine Ausnüchterungszelle. Sie bekommt nicht die Möglichkeit, mit einer Ärztin zu sprechen. Auf Deutsch kann sie nicht erklären, was passiert ist. Eine Übersetzung wird nicht angeboten. Nach mehreren Stunden wird sie entlassen.

Verzicht auf eine Anzeige

Sie hat Angst, bei einer Anzeige nicht glaubwürdig zu sein, daher verzichtet sie auf erneuten Kontakt mit der Polizei. Eigentlich ist sie eine sehr zuverlässige Person. Niemals würde sie mit einer Kneipenbekanntschaft einfach so weggehen...