Deutsch   English   

Wenn deine Freundin den Verdacht hat, dass sie unter K.O.-Tropfen vergewaltigt worden ist, braucht sie deine Hilfe und Unterstützung. Sei für sie da, auch wenn sie dich mitten in der Nacht rausgeklingelt hat.

Falls sie dich direkt nach der Tat anruft, wird sie wahrscheinlich noch nicht in der Lage sein, selbst klar zu denken und Entscheidungen zu treffen. Umso wichtiger ist es, dass du ihr zur Seite stehst und mit ihr zusammen die notwendigen Schritte unternimmst.

Was genau im Notfall zu tun ist, erfährst du in der Rubrik „Erste Hilfe“ .

 

Sei im Notfall für sie da

Deine Freundin befindet sich in einer Ausnahmesituation und steht unter Schock. Sie braucht dich jetzt, deshalb fahre so schnell wie möglich zu ihr, wenn sie dich anruft. Lass sie möglichst nicht alleine. Sorge dafür dass du oder eine andere Person ihres Vertrauens bei ihr ist, wenn sie das möchte.

Begleite sie, wenn sie zur Polizei, zur Notaufnahme oder zu einer Ärztin gehen möchte. Vielleicht kann sie sich nicht selbst entscheiden und ist noch verwirrt. Wenn du Schritte unternimmst, informiere sie darüber beziehungsweise hole dir ihr Einverständnis.

 

Zuhören und Verständnis zeigen

Eine Vergewaltigung unter K.O.-Tropfen ist für die Betroffenen ein traumatisches Erlebnis, auch wenn sie sich oft nicht an den genauen Ablauf erinnern können. Gerade diese Erinnerungslücken können auch dafür sorgen, dass sich Schamgefühle und Selbstvorwürfe breit machen.

Deine Freundin kann sich für einige Wochen oder auch Monate aus ihrem normalen Leben herausgeworfen fühlen. Sie ist möglicherweise ängstlich, unruhig, angespannt, fühlt sich betäubt, erstarrt, hat Albträume oder Schlafstörungen. Das sind unter diesen Umständen "normale" Reaktionen. Wichtig in dieser Zeit ist, dass sie in einer Umgebung ist, in der sie sich sicher und aufgehoben fühlt und dass sie den Menschen in ihrer Umgebung vertraut.

Sei für sie da und höre zu. Setzte sie nicht unter Druck, dass sie schon nach kurzer Zeit wieder in ihr normales Leben zurückfinden müsste.

 

Profis können weiter helfen

Falls deine Freundin allein mit der Situation nicht fertig wird, ermutige sie, sich professionelle Unterstützung und Hilfe zu suchen. Die kann sie zum Beispiel bei Frauenberatungsstellen oder Frauennotrufen finden. Hier wird parteiisch beraten, das heißt, die die Glaubwürdigkeit deiner Freundin wird nicht hinterfragt. Diese Stellen bieten psychologische Beratung für Gewaltopfer, sie sind über K.O.-Tropfen informiert und bieten auch Unterstützung im Kontakt mit Ärzten oder der Polizei. Bei Bedarf können sie den Kontakt zu erfahrenen Rechtsanwältinnen vermitteln.

Wenn’s passiert ist – ob dir selbst oder jemandem, dem du hilfst – muss schnell gehandelt werden. Es besteht Lebensgefahr! Den Notarzt (112) rufen und weitere 7 Soforttipps findest du hier.