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Beweissicherung: Was du tun kannst

K.O.-Tropfen lassen sich im Körper nur kurz nachweisen. Schnelles Handeln ist gefragt, wenn du Klarheit haben möchtest und einen Beweis für eine Anzeige benötigst. Ein Nachweis ist in Blut und Urin bis etwa 12 Stunden nach Einnahme möglich. Um diese Spuren zu sichern, kannst du

  • zur Polizei gehen. Diese ordnen die Beweissicherung an, wenn sie den Verdacht für begründet halten.
  • in die Notaufnahme gehen und das Personal dort über deinen Verdacht informieren. Das Krankenhaus ist jedoch nicht verpflichtet, Blut- und Urinproben zu entnehmen. Möglicherweise werden die Beweise auch nicht gerichtsverwertbar gesichert.
  • direkt zu einem Institut für Rechtsmedizin gehen, in Berlin zum Beispiel die Rechtsmedizin der Charité . Dort werden toxikologische Untersuchungen durchgeführt. Die musst du aber aus eigener Tasche bezahlen, wenn du nicht bei der Polizei anzeigen möchtest. 
  • Zu einem späteren Zeitpunkt gibt es noch die Möglichkeit über eine aufwändige Haaranalyse den Nachweis von K.O.-Tropfen anzutreten. Dies kann von der Staatsanwaltschaft angeordnet werden. Ansonsten musst du sie auch aus eigener Tasche bezahlen. Mehr erfährst du beim Institut für Rechtsmedizin der Charité, Abteilung Forensische Toxikologie.

 

Beweissicherung nach sexuellen Übergriffen

Die Beweissicherung nach sexuellen Übergriffen erfolgt auch über die Gerichtsmedizin der Charité.
Sie kann jedoch auch durch eine Gynäkologin durchgeführt werden.

  • Vor einer ärztlichen Untersuchung solltest du dich – auch wenn es eklig und unangenehm ist –nicht waschen oder duschen, damit keine Beweise vernichtet werden. Wenn du auf Toilette musst, bevor du dich untersuchen lassen kannst, bewahre den Urin in einem sauberen, verschlossenen Gefäß und gut gekühlt auf.
  • Kleidung oder Wäsche, mit denen der Täter in Berührung gekommen ist, dürfen nicht gewaschen werden, damit DNA-Nachweise und andere Spuren nicht vernichtet werden. Auch kann zerrissene Kleidung ein Indiz dafür sein, dass eine Gewalttat verübt wurde und du nicht freiwillig Sex hattest. Daher diese Dinge gut aufbewahren (am besten in einer sauberen Papiertüte) und auf keinen Fall wegwerfen.
  • Wenn du weißt oder vermutest, dass der Täter in deiner Wohnung war, dann lasse alles unverändert, damit auch dort mögliche Spuren gesichert werden können (z.B. Haare oder Fingerabdrücke).
  • Ein Gedächtnisprotokoll von den Ereignissen, an die du dich noch erinnern kannst, kann für zukünftige Vernehmungen hilfreich sein. Auch mögliche Zeuginnen und Zeugen sollten ein Gedächtnisprotokoll verfassen.

Wenn’s passiert ist – ob dir selbst oder jemandem, dem du hilfst – muss schnell gehandelt werden. Es besteht Lebensgefahr! Den Notarzt (112) rufen und weitere 7 Soforttipps findest du hier.